Henning Venske:

Plauen, Malzhaus - Galerie - Do. 20. September 2018

Henning Venske: "Summa Summarum"

Mythologisch gesehen handelt es sich beim Kabarett um ein alternatives Danaiden-Fass mit doppeltem Boden. Darin steht der Satiriker als Brettl-Tantalus bis zum Hals in der Jauche, aber soviel er auch schöpft: Der Jauchespiegel sinkt nicht. Wachsende Umweltzerstörung, wachsende Staatsmacht, wachsende Ohnmacht des Einzelnen, wachsende Kriegsgefahr und die erkennbaren Grenzen des Wirtschaftswachstums: Alles wächst allen über den Kopf. Aber der Satiriker guckt oben raus. Zwar ist auch seine Energie fast schon paralysiert, aber da ist noch ein bisschen Sehnsucht: Die greint und quengelt. Da ist noch ein Quäntchen Wut: Die nagt und quält. Und da ist noch ein Rest Hass: Der lacht und räsoniert sich so durch. Charles Chaplin sagte: "Ein echter Satiriker kann nur ein Mensch sein, der im Herzensgrund die Menschen liebt". Und das tut Henning Venske auch nach 57 Bühnenjahren noch. Selbstbewusst und angriffslustig verabschiedet sich eine Legende des deutschen Kabaretts von der Bühne.